Der internationale Digital Health-Tag (15. November 2017) beim HEALTH IT FORUM auf der MEDICA stand unter dem Motto „Digitale Medizin - Strategie für Europas Bürger und Patienten“. Der Auftakt des gemeinsam von der ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH, der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed e. V.) und dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen gestalteten Programms stand ganz im Zeichen der Erklärung zur Digitalen Gesundheitsgesellschaft (Digital Health Society Declaration) der aktuellen estnischen EU-Ratspräsidentschaft.

So konnte Staatssekretär Dr. Edmund Heller vom nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium mit Ain Aaviksoo, Generalsekretär für digitale Dienste und Innovation im Sozialministerium von Estland, den zentralen Akteur hinter der „Digital Health Society“-Erklärung und zugleich Gastgeber der europäischen eHealth Konferenz Mitte Oktober in Tallinn zum Digital Health-Tag begrüßen. Erik Gerritsen, Generalsekretär im niederländischen Gesundheitsministerium setzt sich für den online-Zugriff von Patienten auf die elektronische Patientenaktie ein und leitet eine der vier Arbeitsgruppen der „Digital Health Society“ Erklärung. Auch die EU-Kommission sowie die Länder Belgien (Flandern) und Österreich waren hochrangig vertreten.

Prof. Dr. med. Gernot Marx, FRCA, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care an der Uniklinik RWTH Aachen und Vorstandsvorsitzender der DGTelemed, eröffnete den internationalen Digital Health-Tag und rief dazu auf, auf gemeinschaftliche Netzwerke zu bauen, um ein umfassendes digitales Gesundheitssystem mit Patientinnen und Patienten als Mittelpunkt zu verwirklichen.

Staatssekretär Dr. Heller avisierte in seinem Eröffnungsvortrag den umfassenden Ausbau der Telematikinfrastruktur (TI) sowie die Entwicklung einer Strategie zur Digitalisierung des Gesundheitswesens in Nordrhein-Westfalen. Der Startschuss dafür fiel am 21. November 2017: „Die erste Arztpraxis wird unmittelbar nach der MEDICA technisch so ausgestattet werden, dass sie in der Lage ist, sektorübergreifend und sicher zu kommunizieren“, so Heller.

Im Panel „Digital Health Society as guiding principle for Europe“ diskutierten die internationalen Vertreter gemeinsam mit den Teilnehmern der gut besuchten Veranstaltung ihre Strategien für ein zukunftsfähiges digitales Gesundheitswesen in Europa und stellten aktuelle Entwicklungen und Lösungsansätze vor. Den roten Faden bildete die „Digital Health Society“-Initiative aus Estland: Estland hat noch bis Ende 2017 den Vorsitz im Rat der Europäischen Union und engagiert sich stark für digitale Innovationen im Gesundheitswesen. Erst kürzlich war Prof. Dr. med. Gernot Marx mit einer Delegation des Bundesministeriums für Gesundheit zur eHealth Konferenz nach Tallinn gereist, um sich über internationale Entwicklungen und Trends im eHealth-Bereich zu informieren.

Das Panel „Towards Accessible Electronic Health Records in the Member States“ verdeutlichte, welche Möglichkeiten Patientinnen und Patienten bereits heute bei der Anwendung von elektronischen Patientenakten haben und wie sich dies in Zukunft auch in der grenzüberschreitenden Versorgung wiederfinden soll.

Fast überlaufen war das HEALTH IT FORUM beim Thema „Digital Health Intelligence - Big Data tools for Healthcare“ insbesondere beim zweiten Vortrag von Ain Aaviksoo, der über den freien Datenaustausch in Europa als fünfte Freiheit, die Datenhoheit der Patienten und das Konzept einer Data Donorship sprach.

Wie die betroffenen Gesundheitsberufe für die neuen „digitalen“ Aufgaben besser ausgebildet und durch flexible Weiterbildungsangebote unterstützt werden können, wurde in der Session „Transatlantic perspectives on educating the Health workforce for eSkills“ in einer weltweiten Perspektive aufgezeigt. Im Fokus der Diskussion stand deutlich die Forderung nach dem Miteinbeziehen der vielfältigen Bedürfnisse und Bedarfe von Patientinnen und Patienten.

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