ZTGUnter dem Motto „Perspektiven für Interoperabilität im deutschen Gesundheitswesen“ kamen am 18.10.2017 über 160 Teilnehmer zum „2. Deutschen Interoperabilitätstag“ (DIT) ins Kongresszentrum Westfalenhallen Dortmund und belegten damit das große Interesse an der Schaffung von Interoperabilität im digitalen Gesundheitswesen.

Der DIT bot den Teilnehmenden mit insgesamt 19 moderierten Vorträgen zu den Themenschwerpunkten „elektronische Patientenakten“, „Standardisierung in Deutschland“, „Personalisierte Medizin in Versorgung und Forschung“ sowie „Klinische Register“ ein vielschichtiges Tagungsprogramm, das überdies die Möglichkeit zum persönlichen Austausch und Netzwerken gab.

Die gemeinsam vom Bundesverband Gesundheits-IT - bvitg e.V., HL7 Deutschland e.V., IHE Deutschland e.V. und der ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH veranstaltete Fachtagung lud namhafte Referentinnen und Referenten aus Politik, Selbstverwaltung und Industrie sowie Anwender dazu ein, in Vorträgen zu vermitteln, mit welchen Möglichkeiten Systeme besser miteinander vernetzt werden können, um die Gesundheitsversorgung effizienter zu gestalten. Erstmals fand der DIT in diesem Jahr in Kombination mit der HL7/IHE-Jahrestagung und begleitenden Tutorials statt, die am heutigen und morgigen Tag fortgesetzt werden.

„Mit dem 2. Deutschen Interoperabilitätstag führen wir den notwendigen Diskurs um die Vernetzung von technischen und organisatorischen Systemen fort. Das Bewusstsein für die Mehrwerte der Interoperabilität muss gestärkt und entsprechende Rahmenbedingungen für die Nutzung von internationalen Standards geschaffen werden. Konkrete Anknüpfungspunkte bieten z. B. das Zusammenführen der Informationen aus den Krebsregistern der Länder sowie die Schaffung eines nationalen Implantateregisters“, so Sebastian Zilch, bvitg-Geschäftsführer.

Die Einführung der elektronischen Patientenakte ist dabei momentan einer der wichtigsten Schritte, darin waren sich die Experten und Expertinnen des ersten Themenblocks zu den Themen „ePatientenakten“ einig. „Die Vorträge verdeutlichen, welches Potenzial durch den Einsatz von elektronischen Patientenakten für die Patientenversorgung frei wird und welche Anforderungen dafür erfüllt sein müssen. Es fehlt an flankierenden Verbesserungen der Rahmenbedingungen, damit sich eine einrichtungs- und sektorübergreifende Kommunikation für die Akteure auszahlt. Es braucht das Ziehen der notwendigen Hebel von den Entscheidern im Gesundheitswesen. Dafür werden wir uns auch weiterhin engagieren“, so Lars Treinat, ZTG-Geschäftsführer, Geschäftsbereich Telematik, und Moderator der Vortragsrunde.

Beim abschließenden Wrap-Up zogen die Veranstalter Bilanz und formulierten klare Forderungen und Ziele hinsichtlich der Schaffung eines zukunftsfähigen Gesundheitswesens. „Im Fokus sollte stehen, wie Interoperabilität in Deutschland künftig neu aufgesetzt wird. Ich denke, es gilt die Frage zu klären, inwieweit Interoperabilität eine nationale Aufgabe ist, für die der Staat die Rahmenbedingungen setzen muss“, gab Alexander Ihls, Vendor Co-Chair IHE Deutschland e. V., zu bedenken.

Prof. Dr. Sylvia Thun, Vorsitzende von HL7 Deutschland e.V., gab einen Ausblick auf nächste Schritte: „Es stehen ganz besonders die Belange des erkrankten Menschen im Mittelpunkt unseres Engagements. Dafür müssen wir Forschung, Versorgung und Public Health zusammenführen. Dies kann nur funktionieren, wenn wir eine einheitliche Sprache sprechen. Im Zuge dessen wird die Medizininformatik-Initiative, die Kliniken und Forschungseinrichtungen miteinander vernetzt, Herzstück unserer Arbeit in den nächsten Jahren sein. Unser erklärtes Ziel ist es, dass die MI-Initiativen mit bestehenden Netzwerken wie zum Beispiel dem Interoperabilitätsforum von IHE/HL7, DIN, bvitg und GMDS zusammenarbeitet.“

Das positive Feedback der Teilnehmenden trägt dem Engagement der Veranstalter Rechnung. Eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe für nächstes Jahr ist bereits angedacht.

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