Fraunhofer-GesellschaftDie Inhalte der Döschen und Flaschen, aus denen Apotheker individuelle Medikamente für Patienten mischen, sehen meist gleich aus: weiße Pulver. Daher sind Pharmazeuten verpflichtet, die Rezepturrohstoffe zu kontrollieren. Jede Verwechslungsgefahr kann damit ausgeschlossen werden. Das bindet eine qualifizierte Assistentin bis zu 45 Minuten, verbraucht teure Reagenzien und muss sachgerecht entsorgt werden. Schneller und sauberer geht es mit Spektrometern. Die waren bisher aber kompliziert und kosteten leicht so viel wie ein Mittelklassewagen.

Seit einem guten Jahr geht es mit einem Analysegerät der Dresdner Firma HiperScan GmbH besser, billiger und sicherer: Das neuartige Nahinfrarot-Spektrometer Apo-Ident macht den gesamten Prüfablauf der sogenannten Identitätsprüfung kinderleicht. Nach ein bis zwei Minuten hat man bereits sein Prüfprotokoll als Nachweis abgelegt und kann sich wieder der Beratung am Point-of-Sale widmen. Schon ab drei Prüfungen pro Woche rentiert sich so eine Investition.

Kern des Geräts ist eine Entwicklung des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden: Mikroscannerspiegel, durch die die kompakte und kostengünstige Bauweise erst möglich wird. Alexander Wolter hat am IPMS die Entwicklung geleitet, die aus einer Idee ein Massenprodukt in der Fertigung gemacht hat. "Daraus ist dann die Firma HiperScan geworden, damit diese Spitzentechnologie auch jeden Tag ganz konkret jemandem hilft", sagt der 41-jährige, der die Firma nun schon seit fast fünf Jahren leitet, und lacht: "Wer hätte gedacht, als ich 1996 am Fraunhofer-Institut anfing, dass ich in 10 Jahren Unternehmer bin? Bei Fraunhofer habe ich den Blick auf den Kunden gelernt. Das Produkt muss sicher und vor allem einfach sein. Und es muss den Kunden unterstützen, anstatt ihn von seinem Tagesgeschäft abzulenken." Diese Einsicht hat er in etlichen Industrieprojekten und in Fraunhofer-Fortbildungen im Unternehmensmanagement gewonnen. Und es wirkt: Die junge Firma floriert, gilt in der Branche als führender Lieferant von Mikroscannerspiegeln und beschäftigt mittlerweile zehn Mitarbeiter. Wachstum verspricht, dass das kompakte Mikrospektrometer vielseitig einsetzbar ist, etwa für die Eingangskontrolle in Chemie-, Pharma- und Papierindustrie oder bei der Qualitätssicherung von Lebensmitteln.

Künftig soll die Technik noch kompakter werden: "Wir arbeiten an einem Handheld-Analysegerät, das auch ungelernte Arbeiter vor Ort bedienen können", informiert Wolter.

Newsletter

Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter, um immer die neuesten Digital Health Nachrichten und Stellenangebote zu erhalten!