Sorgt für eine sichere Kommunikation zwischen den Leistungserbringern: Die eHealth‐Plattform der RZV GmbH.
Digitale Strukturen sind im medizinischen Sektor immer mehr gefordert. Um eine sichere Kommunikation zwischen den Leistungserbringern zu ermöglichen, arbeiten das Rechenzentrum Volmarstein (RZV) und das Fraunhofer‐Institut für Software‐ und Systemtechnik ISST in einer gemeinsamen Kooperation an einer eHealth‐ Plattform. Diese soll auch für intersektorale Szenarien zur Entlastung der Prozessabläufe beitragen.

Mit der eHealth‐Plattform lassen sich verschiedene digitale Kommunikationsszenarien realisieren. So auch das digitale MDK‐Management, welches durch die neue Prüfungsvereinbarung seit 1.1.2017 zum elektronischen Versand der Dokumente an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen forciert wird. Das MDK‐Modul der E‐Health‐Plattform adressiert dabei die aktuelle Herausforderung, Unterlagen aus einer heterogenen Dokumentationslandschaft zusammenzustellen. Durch Einsatz der IHE‐basierten Elektronischen FallAkte als Basisinfrastruktur wird eine einfache Integration von Unterlagen aus bestehenden Systemen unterstützt. Über eine Konfigurationsmöglichkeit der geforderten Dokumententypen (z. B. Pflegebericht, Arztbrief) im MDK‐Modul werden die für den Prüffall relevanten Dokumente automatisch bereitgestellt. Lästiges Zusammensuchen von Dateien aus unterschiedlichen Systemen entfällt dadurch. Mit einem Ampelsystem wird die Prüffallbearbeitung außerdem optimal gesteuert, indem rechtzeitig auf den Ablauf der Frist hingewiesen wird. Für die Einhaltung des Datenschutzes und der Datensicherheitsanforderungen findet die Kommunikation sowohl via Mail als auch direkt über das Portal in verschlüsselter Form statt.

Die eHealth‐Plattform zur Unterstützung der intersektoralen Versorgung
Auch in intersektoralen medizinischen Szenarien leistet die eHealth‐Plattform wirksame Hilfe. Sie ist zentraler Bestandteil für den Austausch zwischen beteiligten Akteuren im Behandlungsund Pflegeprozess. Im BMBF‐geförderten Projekt »EPItect - Sensorische Anfallsdetektion« (Förderkennzeichen: 16SV7482) sowie dem vom Land NRW und der Europäischen Union (EFRE) geförderten Projekt NephroTeTe (EFRE‐0800734, GE‐1‐2‐011) wird die E‐Health‐Plattform dem Austausch zwischen den an der Behandlung des Patienten beteiligten medizinischen und pflegerischen Leistungserbringern dienen. Hierzu wird erforscht, inwiefern Erweiterungen der EFA 2.0 basierten Vernetzungsinfrastruktur um telemedizinische Komponenten einen Austausch zwischen professionellen Leistungserbringern und informell Pflegenden (z. B. Angehörigen) sowie Patienten ermöglichen können. So sind z. B. bei der Behandlung von Epilepsie in der Regel mehrere medizinische Einrichtungen beteiligt. Der Einsatz einer gemeinsamen Elektronischen FallAkte ermöglicht, dass sich beteiligte Krankenhäuser, Hausärzte sowie Neurologen über den aktuellen Therapiestatus austauschen können. Im Rahmen des Projekts werden unter Berücksichtigung bestehender internationaler Standards (z. B. HL7 FHIR) telemedizinische Erweiterungen der FallAkte entwickelt, die eine Kommunikation zwischen allen Parteien gestattet. Der Patient kann über eine Smartphone App die automatisiert als auch manuell erfassten Anfallsdokumentationen inkl. der Vitalparameter sowie ergänzend erfasster Kontextparameter für behandelnde Ärzte freigeben. Die Anfallsdokumentationen sind eine wichtige Grundlage für individuelle Therapieentscheidungen. Pflegende Angehörige können bei entsprechender Freigabe durch den Patienten ebenfalls eine Einsicht in die Anfallsdokumentationen haben.

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